Kleine Zeitung

                                                                                                                Foto Fröhlich Urkunden, Gutscheine, Billetts, Visitenkarten: Margit Lammer schreibt alles mit der Hand

Margit Lammer aus Maria Buch-Feistritz macht etwas für die heutige Zeit eher Ungewöhnliches: Sie schreibt mit der Hand - und hat das zum Beruf gemacht.

Wer mit dem Computer etwas gestalten will, hat nahezu unendliche Möglichkeiten - hunderte Schriften in allen Größen, Grafiken und mehr. Und dennoch sind Computerdokumente längst nichts Außergewöhnliches mehr, sondern alltäglich. Wer heute mit einem Schriftstück auffallen will, hat eine ganz einfache Möglichkeit: er schreibt mit der Hand. Das hat auch Margit Lammer erkannt und ein Schreibbüro eröffnet. "Ich habe mein ganzes Leben lang gerne geschrieben, und weil ich eine so schöne Schrift hatte, musste ich schon in der Schule immer auf die Tafel schreiben", schmunzelt Lammer. Sie hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und bietet ihren Kunden ein reichhaltiges Angebot: Einladungen, Billetts, Visiten- und Speisekarten, Urkunden, Plakate, selbst gemalte Bilder mit Aphorismen und mehr schreibt fertigt sie in einer Stube ihres Hauses in Großfeistritz. Kurt Leitner, Altbürgermeister von Zeltweg, bekam als Abschiedsgeschenk etwa handgeschriebene Visitenkarten.

Sinnsprüche helfen in schweren Situationen

"Besonders gerne schreibe ich Sinnsprüche - sie haben mir in schweren Situationen geholfen und ich bin davon überzeugt, dass sie auch anderen Menschen helfen." Einer ihrer Lieblingssprüche, den sie schon oft auf Papier gebannt hat, ist von Karl Heinrich Waggerl: "Das Böse, das wir tun, wird uns Gott vielleicht verzeihen. Aber unverzeihlich bleibt das Gute, das wir nicht getan haben." Und wenn sie jemand beauftrage, auf ein Billett "Herzliche Glückwünsche zu schreiben, dann schreibe sie das nicht nur einfach hin: "Ich mache das wirklich mit ganzem Herzen und lege meine Liebe hinein." Sie finde es schade, dass der Computer überhand genommen habe und fast niemand mehr mit der Hand schreibe, so die Mutter einer Tochter und Großmutter eines Enkerls. Zuletzt war sie in Knittelfeld in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Neben dem Schreiben beschäftigt sie sich vor allem mit dem eigenen Garten, Blumen und Büchern.

JOSEF FRÖHLICH

Kommentar von Josef Fröhlich:

Sympathisch

 

Seien Sie froh, dass diese Zeilen nicht mit meiner Hand geschrieben sind. Sie könnten sie kaum lesen. Das dauernde Tippseln in den Computer gewöhnt einem das Schönschreiben richtig ab, erst recht das schnelle Mitschreiben bei irgendwelchen Terminen. Da hat es Margit Lammer besser. Sie beherrscht verschiedene Schriftarten mit der Hand, schreibt mit Leidenschaft und wunderschön (siehe Artikel links). Ihre Idee, Einladungen oder andere Schriftstücke für Kunden mit der Hand zu schreiben, ist sympathisch. Wer ein nettes Geschenk machen möchte, ist mit handgeschriebenen Urkunden, Visitenkarten oder ähnlichem bestimmt gut aufgehoben. In der Redaktion der Kleinen Zeitung haben wir es mit einer Flut an Schriftstücken zu tun. Wenn - was nur noch selten vorkommt - Handschriftliches darunter ist, schaut man automatisch genauer hin. Vielleicht sind die Zeiten, als Handschreiben ein bisschen was von Hinterwäldlertum hatte, langsam wieder vorbei. Wenn dem so ist, ist es eine gute Entwicklung.

Sie erreichen den Autor unter

josef.froehlich@kleinezeitung.at

 

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